Französisch-Indochina, Bronze 1 Cent, auch Centième genannt, 1938, geprägt in Paris in der Monnaie de Paris, Münzzeichen A. Der Cent war ein Hundertstel einer Piaster und hat ein rundes Loch in der Mitte.
Vorderseite: eine sitzende Darstellung der Französischen Republik, die eine kleinere Figur schützt, die Indochina verkörpert. Die Umschrift lautet REPUBLIQUE FRANÇAISE. Unter dem Loch stehen der Wert 1 CENT und das Münzzeichen A für Paris. Der Entwurf stammt vom Graveur Jean-Baptiste Daniel-Dupuis.
Rückseite: die Umschrift INDO-CHINE FRANÇAISE, vier chinesische Schriftzeichen, die zusammen ein Hundertstel bedeuten, und darunter die Jahreszahl 1938.
Referenzen: KM 12.1, Lecompte 99.
Provenienz: ex Monnaies d'Antan Auktion 35, Los 1252.
Französisch-Indochina bestand aus französischen Kolonialgebieten im heutigen Vietnam, Kambodscha und Laos. Die Indochinesische Union wurde 1887 aus Tonkin, Annam, Cochinchina und Kambodscha gebildet. Laos kam 1893 hinzu. Das Geldsystem beruhte auf der Piaster, die in hundert Cent geteilt wurde. Diese kleine Münze wurde in Paris hergestellt und nach Südostasien verschifft, wo sie im täglichen Zahlungsverkehr diente. Das Loch in der Mitte passt zur alten ostasiatischen Gewohnheit, Münzen mit Loch auf eine Schnur zu ziehen. Der Wert erscheint auf Französisch auf der Vorderseite und in chinesischen Schriftzeichen auf der Rückseite, sodass die Münze sowohl in der Kolonialverwaltung als auch im örtlichen Handel verwendet werden konnte. Das Stück von 1938 gehört zu den letzten Ausgaben dieses Typs, der 1939 zum letzten Mal geprägt wurde. Kurz darauf veränderten der Zweite Weltkrieg und die japanische Besatzung vieles, doch die indochinesische Piaster blieb noch bis in die 1950er Jahre in Gebrauch.
Eine kleine Münze, auf der französische Kolonialmacht und die ostasiatische Münztradition sichtbar zusammenkommen.
vanzandwijkmunten: because one coin is never enough.
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