Friesland, Nachahmung eines Denars Graf Bruns III. von Braunschweig (1038–1057) – Ein interessantes numismatisches Stück
Einleitung Angeboten wird ein Silberdenar des 11. Jahrhunderts, der die Prägungen Graf Bruns III. von Braunschweig (1038–1057) nachahmt, der in Friesland Denare im Namen des salischen Königs und Kaisers Heinrich III. schlagen ließ. Die Münze wiegt 0,51 g und liegt in sehr schöner Erhaltung vor. Zeitgenössische Nachahmungen dieser Art zeigen, wie bekannt und anerkannt die friesischen Denare zu ihrer Zeit waren.
Beschreibung Die Vorderseite zeigt einen stilisierten Kopf, abgeleitet vom gekrönten Kopf Heinrichs III. der friesischen Vorbilder, im Perlkreis und von einer entstellten Umschrift umgeben. Die Rückseite übernimmt das typische friesische Bild: ein waagerechtes Band zwischen Perllinien, hier mit säulenartigen Strichen gefüllt, die für den Namen BRVN der Originale stehen, mit bogenförmigen Elementen darüber und darunter und einer entstellten äußeren Umschrift. Der Stempelschneider gab offensichtlich das Gesamtbild des Vorbilds wieder, nicht dessen Buchstaben. Auf dünnem Schrötling von Hand geprägt, zeigt die Münze gleichmäßige Umlaufspuren, wobei die Hauptelemente des Bildes gut erkennbar sind.
Historischer Kontext Brun III. von Braunschweig aus dem Geschlecht der Brunonen besaß um die Mitte des 11. Jahrhunderts Grafschaften in Friesland und war ein Neffe Kaiser Heinrichs III., dessen Name und Bild auf seinen Münzen erscheinen. Friesische Denare wurden in Münzstätten wie Leeuwarden, Dokkum, Bolsward und Stavoren geprägt und liefen entlang der Handelswege von Nord- und Ostsee weit über ihre Region hinaus um. Beliebte und weithin anerkannte Münztypen der Zeit wurden häufig nachgeahmt, und der BRVN-Typ mit seinem markanten Rückseitenband gehörte zu den so kopierten Bildern.
Numismatische Details Nominal: Denar (Nachahmung). Vorbild: Friesland, Graf Brun III. von Braunschweig (1038–1057), im Namen Heinrichs III. Münzstätte: unbestimmt. Referenz: -. Gewicht: 0,51 g. Umschriften entstellt, wie bei Nachahmungen üblich. Der dünne Schrötling und der allgemeine Aufbau folgen den friesischen Denaren der Mitte des 11. Jahrhunderts.
Kulturelle und politische Symbolik Auch in nachgeahmter Form trägt die Münze die beiden Hauptelemente ihres Vorbilds: das Herrscherbild auf der Vorderseite und den Namen des Grafen, hier zu einem ornamentalen Band vereinfacht, auf der Rückseite. Die Nachahmung spiegelt das Vertrauen wider, das die friesischen Denare im Handel genossen – schon ihr Aussehen genügte, um eine Münze annehmbar zu machen.
Fazit Dieser nachgeahmte Denar nach den Prägungen Graf Bruns III. liegt in sehr schöner Erhaltung vor, mit ehrlichen Umlaufspuren und auf beiden Seiten gut erkennbarem Münzbild. Er ist ein interessantes Beispiel dafür, wie Münztypen des 11. Jahrhunderts aus den Niederlanden kopiert wurden, und eine schöne Ergänzung für eine Sammlung mittelalterlicher friesischer oder deutscher Münzen und ihrer Nachahmungen.
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