Vs.: Tamga
Rs.: Quadrat
Russland / Großfürstentum Rjasan, Rjasan Großfürst Iwan Fjodorowitsch (1427–1456) Denga – Ein schönes numismatisches Stück
Einleitung
Angeboten wird eine Silberdenga des Großfürstentums Rjasan, geprägt für Großfürst Iwan Fjodorowitsch (1427–1456), einen Enkel des berühmten Oleg Iwanowitsch von Rjasan. Sie wiegt 0,91 g und ist vorzüglich bis stempelglanz (vz-st) erhalten. Die Dengi Iwan Fjodorowitschs sind die ersten Rjasaner Münzen mit einer russischsprachigen Umschrift, die den Fürsten nennt; dieses Stück mit seinem charakteristisch unregelmäßigen Schrötling und klarer Tamga ist ein typischer und ansprechender Vertreter des Typs.
Beschreibung
Die Vorderseite trägt die Rjasaner Tamga, etwas links der Mitte eingeschlagen: zwei eingerollte Hörner mit runden Kugeln über einem gerundeten unteren Teil, das meist als Widderkopf gelesene Zeichen; am rechten Rand sind Buchstabenreste sichtbar. Die Rückseite zeigt den charakteristischen quadratischen Rahmen mit leerem Innenfeld, umgeben vom Fürstentitel КНЯЗЬ ВЕЛИКИ ИВАНЪ Ф(ЕДОРОВИЧ), „Großfürst Iwan F(jodorowitsch)“; auf diesem Exemplar treten die Buchstaben an der linken Seite und unterhalb des Quadrats deutlich hervor. Auf einem unregelmäßigen, eckigen Schrötling von Hand geprägt, zeigt die Münze eine gut ausgeprägte Tamga und eine angenehme Silberoberfläche.
Historischer Kontext
Rjasan an der mittleren Oka war eines der großen russischen Fürstentümer des Spätmittelalters und lag an der ungeschützten Grenze zur Steppe und zur Goldenen Horde. Iwan Fjodorowitsch kam in den 1420er Jahren an die Macht, als die Minderjährigkeit Wassilis II. Moskau schwächte. Um 1427–1430 stellte er sich unter den Schutz des litauischen Großfürsten Vytautas (Witold) und trat Tula und weitere Grenzorte ab. Nach dem Tod Witolds 1430 wandte sich Rjasan wieder Moskau zu; im Krieg zwischen Wassili II. und seinem Onkel Juri von Galitsch schloss der Fürst Verträge mit beiden Seiten, und 1447 erkannte er Wassili II. förmlich als seinen „älteren Bruder“ an. Kurz vor seinem Tod 1456 nahm er die Mönchsweihe und vertraute seinen jungen Sohn Wassili dem Moskauer Großfürsten an – ein Schritt, der die allmähliche Eingliederung Rjasans in den Moskauer Staat vorbereitete.
Numismatische Details
Nominal: Denga. Münzstätte: Rjasan. Münzherr: Großfürst Iwan Fjodorowitsch (1427–1456). Referenz: -. Gewicht: 0,91 g. Erhaltung: vz-st. Die frühere Rjasaner Prägung bestand großenteils aus gegengestempelten Nachahmungen von Dirhems der Goldenen Horde; unter Iwan Fjodorowitsch wechselte der Münztyp zu einem rein russischen Bild, während die Tamga als Gegenstempel und Bindeglied zu den älteren Prägungen beibehalten wurde. Das Gewicht seiner Dengi wird allgemein mit etwa 0,9–1,05 g angegeben; mit 0,91 g liegt diese Münze im unteren Bereich dieses Rahmens.
Kulturelle und politische Symbolik
Die Münze vereint zwei Traditionen: die Tamga, ein Zeichen steppenländischer Herkunft, das zum Emblem der Rjasaner Fürsten geworden war, und eine russische Umschrift, die den Titel „Großfürst“ verkündet. Das leere Quadrat auf der Rückseite war offenbar dafür bestimmt, die von der anderen Seite eingeschlagene Tamga aufzunehmen, was auf eine heraldische und nicht bloß technische Bedeutung des Zeichens hindeutet. In einer Zeit, in der Rjasan zwischen Moskau, Litauen und der Horde lavierte, war seine Münzprägung eine deutliche Bekundung des eigenen fürstlichen Ranges.
Fazit
Diese Rjasaner Denga Iwan Fjodorowitschs ist ein gefälliges, gut erhaltenes Beispiel russischer Fürstenprägung des 15. Jahrhunderts mit klarer Tamga und einem kräftigen Teil des Fürstentitels. Eine gute Wahl für jede Sammlung mittelalterlicher russischer Münzen.
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