Material: Papyrus, stuckiert und bemalt Datierung: 3.–1. Jh. v. Chr. (Ptolemäische Dynastie) Größe: Länge 15,1 cm und Breite 8,2 cm Gewicht: 18 g Zustand: Guter Erhaltungszustand
Erhalten ist der obere Gesichtsbereich einer altägyptischen Mumienmaske: Stirn, beide Augenpartien, die vollplastisch modellierte Nase sowie ein Abschnitt des Kopfputzes. Der untere Gesichtsbereich mit Mund und Kinn fehlt. Der Kopfputz zeigt ein blau-rot-weiß gestreiftes Muster, das zur Stirn hin von einem roten Band abgeschlossen wird. Beide Augen sind mit schwarzer Kontur, weit über den äußeren Augenwinkel hinausgezogenen Lidstrichen und geschwungenen Brauenbögen gestaltet. Die Kombination aus dieser Bandeinfassung, dem gestreiften Kopfputz und der plastischen Gesichtsmodellierung ist mit Mumienmasken der ptolemäischen bis frühkaiserzeitlichen Periode vereinbar. Entlang des Kopfputzes und in der angrenzenden Schläfenpartie sind Fehlstellen vorhanden, durch die die einzelnen Materiallagen sichtbar werden; an der Nasenspitze fehlt ein kleines Stück. Die Rückseite ist unbemalt, zeigt den schichtweisen Aufbau des Trägermaterials und trägt unregelmäßige helle Substanzreste. Das Material – mehrere mit Stuck überzogene und bemalte Papyruslagen – entspricht der in der ägyptischen Bestattungspraxis als Kartonage bezeichneten Technik. Dabei wurden Papyrus- oder Leinenlagen über einer formgebenden Unterlage aufgebracht, getrocknet, mit einer feinen Stuckschicht überzogen und anschließend farbig gefasst. Diese Technik erlaubte eine leichtere und formbarere Gestaltung als vollständig aus Holz gearbeitete Masken. Mumienmasken dieser Art wurden über dem Kopf der Mumie angebracht und zeigten den Verstorbenen in idealisierter Form, die dessen Angleichung an den Totengott Osiris ausdrückte. Sie dienten im Rahmen des Bestattungsrituals dem Schutz des Gesichts und sollten dem Verstorbenen im Jenseits die eigene Identität bewahren. Der religiöse Hintergrund solcher Objekte lässt sich besser einordnen, wenn man die Rolle der ägyptischen Götter im Totenkult und Jenseitsglauben kennt – mehr dazu in unserem Beitrag. Der Präsentationsständer ist im Lieferumfang enthalten.
Provenienz: Privatsammlung T. H., Neu-Ulm (Bayern). Ehemals im Juni 2003 erworben in der Aton Gallery, Oberhausen, bei T. Brockweber. Eine Rechnung sowie eine Original-Expertise der Aton-Galerie von T. Wegener liegen vor. Erworben auf dem deutschen Kunstmarkt.
Echtheit: Wie bei allen unseren Objekten ist die Echtheit ohne zeitliche Begrenzung garantiert. Schutz der Kulturgüter: Alle von uns angebotenen Artefakte stammen aus renommierten Sammlungen und wurden auf Kunstauktionen und aus Nachlässen erworben.
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